01.01.09

Pressmitteilung Agrocomp

Zum Thema Wahlfreiheit zwischen den verschiedenen Methoden zur schmerzfreien Ferkelkastration

Schweizerische Methode fü̈r die schmerzfreie Ferkelkastration durch Impfung gefährdet.

PIGNAP, die schweizerische Methode zur Betäubung der männlichen Ferkel während der Kastration, ist in Gefahr. Interessengruppen versuchen in der Schweiz, die in der EU noch nicht zugelassene Impfung des Schweinefleisches gegen den Ebergeruch, flächendeckend einzuführen.

Ab 2010 ist die Kastration von männlichen Ferkeln, welche den Ebergeruch im Fleisch unterbindet und triebhafte Rangkämpfe im Stall verhindert, in der Schweiz nicht mehr ohne Narkose zugelassen. Seit einigen Jahren gibt es eine zertifizierte Methode, die eine tierverträgliche Kastration unter Betäubung ermöglicht.

Die Narkoseanlage PIGNAP, eine Erfindung des Appenzeller Schweinezüchters Werner Reutegger, erfreut sich unter den Bauern einer wachsenden Popularität. Dies aus dem einfachen Grund, weil es das Narkosegerät erlaubt, die seit Jahrzehnten durchgeführte Kastration nun tierschutzgerecht und ohne grosse Veränderungen in der gesamten Schweinezucht weiterzuführen - und weil die langfristige Kosteneffizienz gewährleistet ist.

Die Behandlung eines männlichen Ferkels mit PIGNAP kostet auf die Dauer im günstigsten Fall 85 Rappen, eine Impfung dagegen ca. 6 Franken - Folgekosten zu Lasten des Bauern wie Kontrollen etc. nicht eingerechnet. Ausserdem ist eine Kastration in drei einfachen Schritten durchführbar - eine Impfung hingegen benötigt gemäss Vorgaben vom 06.10.2008 des Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) etliche, komplizierte Kontrollschritte.

Das BVET, welches Anfangs Jahr PIGNAP noch als "praxistaugliche Methode zur deutlichen Verbesserung des Tierwohls" zugelassen hat, genauso wie Suisseporcs und andere mächtige Industrieorganisationen, propagieren seit kurzem einzig die Impfung mit Antigenen gegen Ebergeruch. Dies wohl mit Pfizer im Hintergrund, dem amerikanischen Pharmariesen, der alsweltweit Einziger diese Impfung herstellt.

Die Schweizerische Bevölkerung sieht das anders: Kürzliche Umfragen des Forschungsinstitut „Link" haben gezeigt, dass die Konsumenten auch in Zukunft Schweinefleisch bevorzugen, welches nicht unnötig geimpft wurde.

Die Appenzeller Agrocomp GmbH, welche PIGNAP entwickelt hat, kämpft nun unter den Angriffen der Impflobby ums Überleben. Dadurch wird die in der Schweiz entwickelte Ferkelnarkosemethode gefährdet. Als ehemalige Schweinezüchter mit über 20 Jahren Berufserfahrung befürworten wir, dass jeder Betrieb die für ihn vorteilhafteste Lösung finden kann.

Wir wehren uns aber deutlich dagegen, dass das Bundesamt für Veterinärwesen mit seinen einseitigen Aussagen bewusst riskiert, dass die hausgemachte Lösung aus der Schweiz zu Gunsten der Pharmaindustrie benachteiligt wird.